Stiftspfarrkirche

 

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Die Stiftskirche hat ein einschiffiges dreijochiges Langhaus mit 29 m Länge und 12 m Breite und einen eingezogenen zweijochigen und gerade geschlossenen Chor. Die Kirche wurde vermutlich nach einem Entwurf von Hofingenieur Phliberto Lucchese gebaut. Im Langhaus befinden sich in den Seitenwänden tonnengewölbte, seichte Altarnischen. Zwischen den ionischen Doppelpilastern wurden Nischen mit Statuen des Regensburger Bildhauers Christoph Abraham Walter 1655/56 angebracht. Die Figuren stellen Christus, Maria, den hl. Josef, den hl. Johannes den Täufer und die Apostel dar. Das Stichkappentonnengewölbe wurde höchstwahrscheinlich von Thomas Zaisel aus Linz um 1655 stuckiert.

Die schönen Deckenfresken stammen vorwiegend von Melchior Steidl und wurden 1698 vollendet. Die Mittelfelder im Langhaus und im Chor zeigen Szenen aus dem Marienleben: Opferung, Tempelgang, Vermählung, Verkündigung und Heimsuchung (die beiden letzteren im Chor). Weiters finden sich in den kleineren Feldern Vorläuferinnen Mariens im Alten Testament, Attribute Mariens im Alten Testament. Attribute Mariens in der Lauretanischen Litanei, Propheten und musizierende Engel.

 

Der mächtige Säulenhochaltar wurde wahrscheinlich von Antonio Beduzzi nach 1711 entworfen - in Anlehnung an den Mariazeller Hochaltar von Fischer von Erlach - und 1716/17 ausgeführt. Das Altarbild „Mariae Himmelfahrt" stammt von Joachim von Sandrart (1652 - 1655) und war Bestandteil des alten Altares. Die überlebensgroßen Statuen der hl. Kilian und Maximilian (unten zwischen den Säulen) sowie der hl. Katharina und Barbara (oben) wurden von Lorenzo Mattielli geschaffen. Die restlichen Figuren im Aufsatz schuf Paolo d'Allio. Den kunstvollen, mit reichen Einlagen versehenen Tabernakel führte vermutlich der Steinmetz Niklas Wendlinger nach dem Entwurf von Paolo d'Allio aus. Die Alabasterstatuen - Glaube, Liebe, Hoffnung und die Engel - stammen von Domenico Parodi.

 

Die Rokokokanzel mit flachem Schalldeckel ist ein Werk von 1756 und ersetzte eine barocke Kanzel, die als Geschenk an das Benediktinerkloster Plankstetten/Bayern kam.

Ein überaus reizvolles Werk ist das Taufbecken in Muschelform, welches vom kindlichen Johannes dem Täufer und einem Engel mit dem Wappen von Abt Severin Blaß getragen wird. Diese Arbeit entstand wahrscheinlich um 1690 von einem Schüler Jakob Auers.

 

An der Südseite der Kirche befindet sich die Deckplatte des Stiftergrabes (ehemaliges Hochgrab) mit dem Marmorhalbprofil des hl. Adalbero, 1659.

Die von Orgelbauer Christoph Egedacher geschaffene Orgel wurde 1657 aufgestellt und 1668 von Johann Freundt erweitert.

aus dem Stiftsführer „Benediktinerstift Lambach", Kunstverlag Hofstetter, Ried i.Innkreis

 

Die Sakramentskapelle

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wurde Ende des 17. Jahrhunderts vermutlich anstelle der alten St.-Benedikt-Kapelle erbaut. Die Kapelle ist einschiffig, dreijochig und endet mit 3/8- Chorschluss. Das reiche Stichkappentonnengewölbe ist mit Deckenstuck und Fresken aus der Werkstätte Diego Francesco Carlones geschmückt. Auch die an der Südwand befindliche Rundbogennische mit Stuckrahmung ist wahrscheinlich eine Arbeit des obgenannten Künstlers. In ihr steht eine große spätgotische Holzmadonna (um 1470) - auch „Hausmutter" genannt. Allerdings sind der Kopf sowie das Oberteil Anfang des 17. Jahrhunderts überschnitzt und erneuert worden. Im Zuge der Restaurierung der Kapelle 1997/99 wurden der Hochaltar (Kreuzigungsbild) wieder in die ursprüngliche Form gebracht, ein Volksaltar errichtet und ein Chorgestühl eingefügt.

 
An den Wochentagen im Winter - ausgenommen Mittwoch - werden die Gottesdienste in dieser Kapelle gefeiert.