Geschichte

 

Lambach ist eine inkorporierte Stiftspfarre

 

Die Pfarre Lambach umfasst die beiden politischen Gemeinden Lambach und Edt. Die Geschichte der Pfarrei ist die Geschichte des Stiftes. Die Stiftskirche ist zugleich die Pfarrkirche.

 

Das Stift Lambach wurde nach 1050 als Kanonikerstift errichtet.

Bischof Adalbero von Würzburg, der letzte aus dem Geschlecht der Grafen von Lambach-Wels, der Erbe des väterlichen Besitzes von Lambach, vollzog 1056 die Umwandlung in ein Benediktinerstift. Die ersten Mönche  wurden aus Münsterschwarzach gerufen und verpflanzten die Junggorzer Reformrichtung hierher, die dann weiter in den Ostalpenraum ausstrahlte.

Die Gründung des Stiftes liegt knapp vor der großen, im sogenannten Investiturstreit zwischen Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV. ausgetragenen Auseinandersetzung zwischen Reichskirche und Papstkirche, die nicht ohne Einfluss auf das Niederkirchenwesen blieb.

 

Als ursprüngliche Pfarrkirche diente die heutige Friedhofskirche mit dem Patrozinium Johannes d. T. Dieses verweist auf ein hohes Alter und lässt damit den Schluss zu, dass hier schon früh, noch vor der Gründung von Kanoniker- und Benediktinerstift, Seelsorge geübt wurde.

 

Der Passauer Bischof Altmann bestätigt, aus dem Erbgut des Würzburger Bischofs Adalbero drei Mansen, wovon eine in Neukirchen und zwei in Gunskirchen lagen, erhalten zu haben. Dafür sicherte er der Kirche in Lambach jene Zehenten zu, die einst Adalberos Vater Arnold, sein Großvater Arnold und Markgraf Gottfried besessen und der besagten Kirche übergeben haben.

 

Auf jeden Fall kann man sagen, dass für die Zeit der Erstellung der „Altmannsurkunde", also  für das 12./13. Jahrhundert, die Existenz der Stiftspfarre anzunehmen ist. Zu ihr gehörte offenbar auch die Ortschaft Bachmanning.

 

Die im 12./13. Jahrhundert bestehende Stiftspfarre wird seelsorglich wohl von Mönchen betreut worden sein. Auf jeden Fall hatte sich das Stift um die Pastoral der Pfarre zu kümmern. In der Folge galt Lambach immer als eine dem Stift inkorporierte Pfarre, was auch die Passauer Bistumsmatrikeln bezeugen.

 

Eine einschneidende Maßnahme in der Rechtsgeschichte der Pfarre Lambach gehört der josefinischen Zeit an. 1784 wurde die Stiftskirche zu Ehren der Himmelfahrt Mariens und des hl. Kilian zur Pfarrkirche erhoben, während die bisherige Pfarrkirche zur Friedhofskirche „absank".

 

Bedeutende Künstler waren im Stiftsbereich von Lambach und seiner Umgebung tätig, wie Martin und Bartholomäus Altomonte, Carlo und Francesco Diego Carlone, Francesco Messenta, Wolfgang Andreas Heindl, die beiden Holzinger, Matthias Götz, um nur einige zu nennen. In der Nähe des Klosters entstanden auch einige entzückende Barockbauten - die Maria-Hilf-Kapelle, die Kalvarienbergkirche, die zur Pfarre gehören, und die herrliche Dreifaltigkeitskirche in Stadl-Paura -, mit der sich Abt Maximilian Pagl (1705-1725) ein unsterbliches Denkmal gesetzt hat.